Samstag, 16. Mai 2026
Investieren in Kryptos – so geht’s...
Liebe Leserin, lieber Leser,

Krypto-Währungen haben sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenmarkt zu einer festen Größe an den internationalen Finanzmärkten entwickelt. Was im Jahr 2009 mit Bitcoin als digitales Experiment begann und lange Zeit vor allem Technik-Fans und spekulative Anleger interessierte, ist heute längst im Mainstream angekommen. Das Interesse an digitalen Assets ist massiv gestiegen und neben Privatanlegern setzen inzwischen auch zahlreiche Fonds und institutionelle Investoren auf den Krypto-Markt als eigenständige Anlageklasse.

Große Vermögens-Verwalter wie BlackRock oder Fidelity haben mit verschiedenen Krypto-ETFs zusätzlich für Dynamik gesorgt und den Zugang für Anleger deutlich vereinfacht. Vor allem die hohe Nachfrage nach Bitcoin-ETPs zeigt, wie stark Krypto-Währungen mittlerweile im klassischen Finanzsystem angekommen sind.

Der Markt für börsengehandelte Krypto-Finanzprodukte hat sich in den vergangenen Jahren massiv entwickelt. Anleger müssen heute keine Wallets mehr verwalten oder Coins selbst speichern, um an der Entwicklung von Bitcoin oder anderen Krypto-Währungen teilzunehmen. Stattdessen existiert inzwischen eine ganze Palette regulierter Finanzprodukte, die sich direkt über ein klassisches Wertpapier-Depot handeln lassen.

Gerade institutionelle Investoren, Vermögens-Verwalter und Fonds greifen zunehmend auf diese Lösungen zurück, weil sie regulatorische Sicherheit und einfache Handelbarkeit bieten. Das sind Stand 14.05.2026 die größten Krypto-Währungen nach Marktkapitalisierung:

Single-Asset-Produkte auf einzelne Krypto-Währungen

Den größten Bereich bilden Produkte auf einzelne Krypto-Währungen. Hier investieren Anleger gezielt nur in Bitcoin oder andere Coins. In Europa dominieren dabei vor allem sogenannte ETPs, die die Wertentwicklung einer einzelnen Krypto-Währung möglichst exakt abbilden.

Viele dieser Produkte sind physisch besichert, das heißt die jeweiligen Coins werden tatsächlich hinterlegt und professionell verwahrt. Anbieter wie 21Shares, CoinShares, WisdomTree, Bitwise oder VanEck haben hier mittlerweile ein sehr breites Angebot aufgebaut. Gewinne aus physisch hinterlegten Krypto-ETPs mit Auslieferungsoption sind nach einer Haltefrist von mindestens 1 Jahr steuerfrei.

Krypto-Index-Lösungen

Neben Einzelprodukten wächst vor allem der Bereich der sogenannten Basket- oder Index-Produkte stark. Hier investieren Anleger nicht nur in eine einzelne Krypto-Währung, sondern in einen ganzen Korb verschiedener Coins. Ziel ist eine breitere Diversifikation innerhalb des Krypto-Marktes.

Ein bekanntes Beispiel ist der „21Shares Crypto Basket Index ETP“. Dieses Produkt investiert gleichzeitig in mehrere große Krypto-Währungen und wird regelmäßig neu gewichtet. Der Basket enthält die 10 größten Krypto-Währungen nach Marktkapitalisierung. Der Vorteil solcher Lösungen liegt darin, dass Anleger nicht selbst entscheiden müssen, welche Krypto-Währung sich künftig am besten entwickelt.

Gerade institutionelle Investoren greifen zunehmend auf solche statisch oder regelbasiert gemanagte Produkte zurück, weil sie das Risiko einzelner Coins reduzieren und gleichzeitig den gesamten Krypto-Markt abbilden können. Mittlerweile existieren zahlreiche Varianten solcher Basket-Produkte. Solche Produkte sind nach einer Haltefirst von mindestens 1 Jahr nicht steuerfrei und unterliegen der Abgeltungssteuer unabhängig von der Haltedauer.

Zertifikate

Zusätzlich existiert mittlerweile ein großer Markt für Zertifikate und strukturierte Krypto-Produkte. Dazu gehören Hebelprodukte, Partizipations-Zertifikate und zahlreiche andere Produkte. Mit solchen Instrumenten können Anleger gezielt auf steigende oder fallende Kurse setzen oder bestimmte Marktstrategien umsetzen. Zertifikate ohne Lieferanspruch unterliegen ebenfalls der Abgeltungssteuer.

Diese Produkte sind allerdings deutlich komplexer aufgebaut und richten sich primär an erfahrene Anleger. Anders als klassische physisch besicherte ETPs besitzen viele Zertifikate zusätzlich ein Emittentenrisiko, da sie rechtlich Schuldverschreibungen darstellen.

Staking Produkte

Ein weiterer wachsender Bereich sind sogenannte Staking-Produkte. Hier partizipieren Anleger nicht nur an der Kursentwicklung einer Krypto-Währung, sondern zusätzlich an möglichen Staking-Erträgen. Staking-Krypto-ETPs mit physischem Lieferanspruch werden steuerlich wie Direktinvestments behandelt, wodurch die Gewinne aus der Wertsteigerung nach einer Haltefrist von 1 Jahr steuerfrei sind und die durch das ETP generierten Staking-Erträge jährlich mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern sind.

Anbieter wie 21Shares oder andere große Emittenten bieten inzwischen entsprechende Lösungen an, bei denen Staking-Erträge direkt in die Produktstruktur integriert werden. Dadurch entsteht neben der reinen Kursentwicklung eine zusätzliche Renditekomponente. Das sind nach Fondsvolumen die größten ETPs:

Ich stehe dem Thema Krypto-Währungen weiterhin positiv gegenüber. Für mich hat sich längst gezeigt, dass digitale Assets gekommen sind, um zu bleiben und mittlerweile ein fester Bestandteil der globalen Finanzmärkte geworden sind. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass moderne Portfolios durchaus einen gewissen Anteil an Krypto-Währungen enthalten können.

Wie hoch dieser Anteil am Ende ausfällt, hängt natürlich immer von der individuellen Risikobereitschaft und Anlagestrategie des jeweiligen Investors ab. Klar ist aber auch, dass Krypto-Währungen trotz aller Chancen weiterhin eine sehr volatile und risikoreiche Anlageklasse bleiben. Genau deshalb sollte man sich vor einem Investment intensiv mit dem Markt, den Produkten und den jeweiligen Risiken beschäftigen.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: Bitcoin | Diese Position ist Bestandteil des exklusiven „Lars Erichsen“-Echtgeld-Depots. Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.
 
ATLAS Research GmbH · Dollgasse 13 · 97084 Würzburg · Geschäftsführer: Stefan Böhm, Dr. Detlef Rettinger · UST-ID-Nr. DE 175922139 · Sitz: Würzburg · HRB 5416 · Gerichtsstand Würzburg

Archiv | Kontakt | Datenschutz | Impressum

© 2026 ATLAS RESEARCH GmbH – Alle Rechte vorbehalten.