Wenn starke Marken schwächeln – Dieser Sektor ist einen Blick wert!
Liebe Leserin, lieber Leser,
die großen, weltweit führenden Konzerne der alkoholischen Getränke-Branche wie Anheuser-Busch InBev, Diageo, Heineken, Carlsberg oder Pernod Ricard notieren derzeit in vielen Fällen deutlich unter ihren Höchstständen der vergangenen 10 Jahre. Damit hat sich das Bild an der Börse spürbar eingetrübt, obwohl es sich um etablierte Unternehmen mit starken Marken und globaler Präsenz handelt.
Gleichzeitig kämpfen viele dieser Konzerne mit nachlassender Umsatzdynamik, ein Thema, das ich bereits in meinem Video vom Montag angesprochen habe. Genau diese Kombination aus rückläufiger Kursentwicklung und operativen Herausforderungen ist für mich ein guter Anlass, die Branche insgesamt einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Eine Übersicht zu etablierten, alkoholischen Getränkeherstellern gibt es anbei:
Neben einem direkten Investment in die eine oder andere Aktie aus dem Bereich der alkoholischen Getränke-Hersteller haben Anleger grundsätzlich auch die Möglichkeit, über ETFs in Teilbereiche dieses Sektors zu investieren. Das kann für viele eine attraktive Alternative sein, vor allem wenn man nicht auf einzelne Unternehmen setzen möchte, sondern breiter aufgestellt sein will. Allerdings muss man wissen, dass es aktuell keinen ETF gibt, der sich ausschließlich auf Hersteller alkoholischer Getränke konzentriert.
Stattdessen führen die Wege über angrenzende Bereiche. Geeignete Alternativen finden sich vor allem bei ETFs aus dem Segment Food & Beverage oder im klassischen Bereich der sogenannten Consumer Staples. In diesen ETFs sind die großen Getränke-Konzerne häufig mit enthalten, allerdings eingebettet in ein breiteres Umfeld aus Nahrungsmittel- und Konsumgüterherstellern. Wer diesen Weg wählt, setzt weniger auf einen einzelnen Trend, sondern auf die Stabilität eines ganzen Konsumbereichs, mit allen Chancen, aber auch mit der Verwässerung, die eine breitere Streuung zwangsläufig mit sich bringt.
Mit einem Fondsvolumen von rund 200 Mio. Euro zählt der iShares Stoxx Europe 600 Food & Beverage (WKN: A0H08H) zu den größeren ETFs in diesem Segment. Der Fonds bietet einen breiten Zugang zu europäischen Unternehmen aus dem Nahrungsmittel- und Getränkebereich. Anheuser-Busch InBev ist dabei mit einem Anteil von gut 10 Prozent die größte Einzelposition. Darüber hinaus sind auch Konzerne wie Pernod Ricard oder Carlsberg enthalten, allerdings mit deutlich geringeren Gewichtungen. Der ETF bildet den STOXX Europe 600 Food & Beverage Index nach und umfasst insgesamt 27 Einzelwerte, wodurch Anleger eine vergleichsweise ausgewogene Streuung innerhalb dieses Sektors erhalten.
Der iShares MSCI Europe Consumer Staples Sector UCITS ETF EUR (WKN: A2QBZ2) bildet den MSCI Europe Consumer Staples 20/35 Capped Index ab und bietet Zugang zu großen und mittelgroßen europäischen Unternehmen aus dem Basiskonsumgüter-Sektor. Um Klumpenrisiken zu vermeiden, ist das Gewicht des größten Unternehmens auf 35 Prozent begrenzt, alle weiteren Positionen auf jeweils 20 Prozent. Der ETF umfasst knapp 40 Einzelwerte. Zu den größten Positionen zählen Nestlé und Unilever, unter den Top-10-Holdings finden sich zudem die Getränke-Hersteller Anheuser-Busch InBev und Diageo.
Der Xtrackers MSCI World Consumer Staples (WKN: A113FG) verfolgt einen deutlich breiter angelegten Ansatz. Neben Tabak-Konzernen wie Altria und BAT sind in dem ETF zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen vertreten, darunter Nahrungsmittel-Hersteller, Anbieter von Haushalts-Artikeln sowie Produzenten von Pflege- und Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Auch der Getränke-Sektor ist enthalten und macht rund 20 Prozent der Gewichtung aus. Zu den bekanntesten Namen zählen hier Anheuser-Busch InBev, Diageo, Heineken, Pernod Ricard und Coca-Cola. Mit einem Fondsvolumen von etwa 700 Mio. Euro zählt der ETF zudem zu den größeren Produkten in diesem Bereich.
Mein Fazit
Insgesamt hinterlässt die Branche der alkoholischen Getränke derzeit ein gemischtes, aber durchaus interessantes Bild. Viele der großen, etablierten Konzerne notieren aktuell deutlich unter ihren früheren Höchstständen, teilweise sogar weit unter den Niveaus der vergangenen 10 Jahre. Das allein ist noch kein Kaufargument, zeigt aber, dass ein Großteil der zuletzt schwächeren Geschäftsentwicklung bereits in den Kursen eingepreist ist.
Aus Bewertungssicht wirken viele Unternehmen heute wieder attraktiver als noch vor einigen Jahren. Die Geschäftsmodelle sind nach wie vor geprägt von starken Marken, globaler Präsenz und stabilen Cashflows. Gleichzeitig handelt es sich um einen Konsumbereich, der historisch eine gewisse Krisenfestigkeit gezeigt hat. Solange es keinen grundlegenden strukturellen Bruch gibt, also kein dauerhaftes Ende des Alkohol- oder Getränke-Konsums kann die aktuelle Phase für langfristig orientierte Anleger durchaus Chancen bieten.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlungen im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.
 Mein Podcast-Tipp:
Unentdeckte Rendite-Perlen? Die gibt es nur noch hier!
Wer sich ernsthaft mit dem langfristigen Investieren beschäftigt und seine Entscheidungen auf fundiertes Wissen stützen möchte, kommt an den Lehren von Benjamin Graham und Warren Buffett, den klassischen Vertretern des Value Investing, eigentlich nicht vorbei. Doch in vorweihnachtlicher Stimmung möchte ich heute sagen: Genau so funktioniert es nicht mehr – es gibt vermutlich nur noch einen einzigen Weg, um wirklich unentdeckte Rendite-Perlen zu finden.
Höre Dir jetzt meinen Podcast dazu an:
→ Hier findest Du meinen Podcast auf Apple
→ Hier findest Du meinen Podcast auf Spotify
→ andere Plattformen
Und bitte nicht vergessen eine positive Bewertung/konstruktive Rezension abzugeben, vielen Dank ;-)

Herzliche Grüße und bis kommende Woche
Dein Lars
|