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Rendite-Report vom 18. Februar 2026


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Value-ETFs als Rettungsanker

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

in meiner täglichen Börsenbetrachtung merke ich, dass der Kursverfall bei Software-Aktien weiterhin eines der am heißesten diskutierten Themen an der Wall Street ist. Viele von Euch fragen sich zurecht, ob wir hier eine übertriebene Panik sehen oder den Beginn eines dauerhaften Strukturwandels.


Anknüpfend daran habe ich eine sehr klare Meinung: Während die Kursabschläge kurzfristig vielleicht etwas übertrieben wirken mögen und wir durchaus einen technischen Rebound sehen könnten, halte ich die mittel- und langfristigen Warnsignale für alles andere als übertrieben.

 

Meine These

 

Der zentrale Aufhänger meiner Analyse ist dabei ein Aspekt, den viele Marktteilnehmer meiner Ansicht nach falsch interpretieren: Das Problem ist nicht, wie oft vermutet, eine sinkende Nachfrage nach Software. Ganz im Gegenteil: Der Bedarf an digitalen Lösungen ist so hoch wie nie zuvor. Wir haben es hier nicht mit einem Nachfrageproblem, sondern mit einem massiven Angebotsproblem zu tun.

 

Ich sehe es so:

 

Durch den rasanten KI-Fortschritt wird es in den nächsten Jahren ein Überangebot an billiger Software geben, weil Code-Generierung und der Bau von Anwendungen immer weniger kosten und oft fast zum Nulltarif möglich werden. Wenn das Angebot derart explodiert und sich Standardprozesse mit KI-Tools schnell und günstig nachbauen lassen, geraten die Preise zwangsläufig massiv unter Druck.


Für mich ist die Konsequenz klar: Die früher so verlässlichen Margen vieler großer SaaS Anbieter dürften spürbar und dauerhaft sinken. Ich halte das nicht für eine vorübergehende Schwächephase, sondern für eine fundamentale Verschiebung in der Branche. Und genau deshalb müssen wir Anleger uns ehrlich fragen, welche Software-Unternehmen wirklich einen Burggraben haben und welche am Ende nur Standardlösungen verkaufen, die durch günstige KI-Alternativen ersetzt werden.

 

Das sind Alternativen

 

Ich bin ehrlich zu Euch: Es gibt derzeit keine 100%-ige Lösung, um sich gegen die massiven Umwälzungen im Software-Sektor zu schützen. Wer das verspricht, verkennt die Dynamik dieser Revolution. Im heutigen Report zeige ich Euch drei Value-ETFs als mögliche Alternative für alle, die eher über ETFs investieren oder sich gerade schwer tun, einzelne Aktien auszuwählen.


Gerade wenn man in den letzten Wochen ins Depot geschaut hat und gemerkt hat, wie stark es unter Druck geraten ist, kann es sinnvoll sein zu prüfen, ob Software womöglich zu hoch gewichtet ist und ob man sich mit diesen Value ETFs in diesem Umfeld wohler fühlt, weil sie zumindest nicht unmittelbar in der ersten Schusslinie der KI Disruption stehen.


Auffällig ist, dass genau diese Value-Strategien zuletzt spürbar besser gelaufen sind als der breite Markt; insbesondere in den vergangenen drei Monaten haben sie eine beachtliche Outperformance erzielt. Meine Interpretation dieser Zahlen ist klar: In diesen Indizes sind schlichtweg weniger jener Werte enthalten, die aktuell aufgrund des eingangs beschriebenen Margendrucks unter die Räder kommen.


Ich setze hierbei bewusst auf den „Value-Faktor“ als Schutzschild, da dort nicht ausschließlich Technologie-Werte vorkommen sondern auch Branchen wie Banken, Industrie oder Rohstoffe. Bereiche also, in denen physische Substanz und reale Dienstleistungen zählen und die Disruption durch KI-Tools weit weniger existenzbedrohend wirkt als im reinen Softwaregeschäft.

 

 

Der iShares Edge MSCI Europe Value Factor ETF investiert in europäische Substanzwerte und bildet den MSCI Europe Enhanced Value Index ab. Die Auswahl erfolgt anhand klassischer Value-Kennzahlen wie Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs zu erwarteten Gewinnen und Unternehmenswert zu operativem Cashflow. Unter den Top 10-Holdings sind nahezu keine Unternehmen mit einem Bezug zu KI. Höchste Gewichtung hat der Finanzsektor.


Der iShares Edge MSCI USA Value Factor ETF bildet den MSCI USA Enhanced Value Index ab und fokussiert auf US-Substanzwerte im Value-Stil. Die Titelauswahl basiert auf historischen und zukunftsgerichteten fundamentalen Kennzahlen. Unter den Top 10-Positionen gibt es allerdings Werte mit KI-Bezug. Dazu zählen Micron Technology, Intel und Cisco.


Der iShares Edge MSCI EM Value Factor ETF investiert in Schwellenländer-Unternehmen, die nach klassischen Value-Kennzahlen ausgewählt werden. Grundlage sind unter anderem das Verhältnis von Kurs zu erwarteten Gewinnen, Kurs zu Buchwert sowie Unternehmenswert zu operativem Cashflow. Der ETF ist über zahlreiche Branchen sehr breit diversifiziert und macht auf mich einen sehr ausgewogenen Eindruck.

 

 

Mein Fazit

 

Software wird in vielen Bereichen austauschbarer, billiger und schneller verfügbar, der Preisdruck steigt und damit geraten Margen strukturell unter Druck. Das ist für mich keine kurze Delle, sondern ein Szenario, das man im Depot ernst nehmen muss, auch wenn es zwischendurch technische Rebounds geben kann. Genau deshalb finde ich Value-ETFs als Ergänzung im Depot interessant, vor allem für alle, die ausgewogener investieren wollen und in den letzten Wochen das Gefühl hatten, vom Markt überrollt worden zu sein.


Ich selbst bin nicht in diese ETFs investiert, aber das Konstrukt ist spannend, weil KI in den drei genannten ETFs keine sehr dominante Stellung einnimmt: Am deutlichsten ist der Bezug zu KI im MSCI USA Value ETF, in den beiden anderen ETFs spielt KI nahezu keine Rolle. Ich persönlich bleibe bei meiner Anlageentscheidung trotzdem bei Einzelaktien, weil ich dort deutlich präziser steuern kann, welche Geschäftsmodelle, welche Bilanzqualität und welche Bewertungsniveaus ich mir ins Depot hole.

 

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:

Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlungen im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.

 

 

Mein Podcast-Tipp:


Bitcoin oder Gold –
Was läuft 2026 besser?

 

Per Definition befinden wir uns aktuell in einem Bären-Markt. Wie tief Bitcoin noch fallen wird, kann ich Euch nicht mit Sicherheit sagen. Es kann gut sein, dass das Tief zum Zeitpunkt, an dem ihr diese Podcast-Folge hört, bereits markiert wurde. Es kann aber genauso gut sein, dass wir noch tiefere Kurse sehen. Und wisst Ihr was? Das ist gar nicht der entscheidende Punkt. Entscheidend ist, welchen Plan ihr in so einer Marktphase habt.


Und jetzt kommt etwas, bei dem ich mir ziemlich sicher bin, dass spätestens hier die Ersten sagen: „Jetzt reicht’s, jetzt schreibe ich mal eine Mail – das geht zu weit.“ Aber wenn ich heute eine klare Aussage treffen müsste, welcher Basiswert in den kommenden 12 Monaten prozentual besser laufen wird – Gold oder Bitcoin –, dann würde ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 70, vielleicht sogar 75 Prozent auf Bitcoin setzen.


Warum? Wieso? Weshalb? Genau das schauen wir uns jetzt gemeinsam an...


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Und bitte nicht vergessen eine positive Bewertung/konstruktive Rezension abzugeben, vielen Dank ;-)





Herzliche Grüße und bis kommende Woche
Dein Lars

 
 

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