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Liebe Leserin, lieber Leser,
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Rohstoffe sind ein wichtiger Bestandteil der Weltwirtschaft und spielen auch für viele Anleger im Rahmen einer breiten Vermögens-Allokation eine Rolle. Mit der erwarteten Rückkehr des Wetterphänomens El Niño rücken die Rohstoff-Märkte derzeit wieder stärker in den Fokus. El Niño ist ein regelmäßig auftretendes Klimaphänomen, bei dem sich das Oberflächenwasser im östlichen und zentralen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt und dadurch Wetter- und Niederschlagsmuster in vielen Regionen der Welt verändert.
Diese Veränderungen können die Förderung, Ernte und den Transport verschiedener Rohstoffe beeinflussen und damit Angebot und Preise verändern. Nach aktuellen Prognosen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) liegt die Wahrscheinlichkeit für El-Niño-Bedingungen im Zeitraum Juni bis August 2026 bei rund 80% und bis zum Jahresende bei rund 90%. (Quelle: WMO – World Meteorological Organization)
Ich habe mir deshalb angeschaut, welche Möglichkeiten Anleger haben, breit gestreut in den Rohstoff-Sektor zu investieren und welche Anlageformen dafür infrage kommen:
Besonderheiten von Rohstoff-ETFs
Im Unterschied zu den meisten Aktien-ETFs, bei welchen die physischen Firmen-Anteile direkt im Sondervermögen des Fonds hinterlegt sind, ist eine solche physische Replikation bei breit gestreuten Rohstoff-ETFs meistens nicht möglich.
• Warum keine physische Hinterlegung? Ein breit gestreuter Rohstoffkorb umfasst unter anderem Erdöl, Erdgas, Kupfer, Weizen oder Lebendvieh. Eine physische Lagerung dieser Rohstoffe für ETF-Anleger ist logistisch und wirtschaftlich nicht umsetzbar. Eine Ausnahme bilden Edelmetall-Produkte wie Gold- oder Silber-ETCs, die physische Barren hinterlegen.
• Investition über Futures: Breit gestreute Rohstoff-ETFs investieren deshalb über Terminkontrakte (Futures). Diese verpflichten zum Kauf oder Verkauf eines Rohstoffs zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft.
• Das Rollen der Futures: Da die Fonds keine physische Lieferung der Rohstoffe erhalten möchten, werden auslaufende Futures vor Fälligkeit verkauft und durch Kontrakte mit längerer Laufzeit ersetzt. Dieser Vorgang wird als Rollen bezeichnet und kann je nach Marktlage zu Rollgewinnen (Backwardation) oder Rollverlusten (Contango) führen.
• Synthetische Replikation: Viele breit gestreute Rohstoff-ETFs bilden ihren Index über Swaps nach. Dabei hält der Fonds ein Trägerportfolio, häufig aus kurzlaufenden Staatsanleihen, und tauscht dessen Wertentwicklung über einen Swap gegen die Rendite des zugrunde liegenden Rohstoff-Futures-Index.
Rohstoff-Indizes
Über breit aufgestellte Rohstoff-Indizes können Anleger mittels ETFs in eine Vielzahl verschiedener Rohstoffe gleichzeitig investieren. Ein Beispiel hierfür ist der Bloomberg Commodity Index. Dieser umfasst die gesamte Bandbreite des Rohstoff-Marktes und beinhaltet neben Energie, Industrie- und Edelmetallen auch Agrar-Produkte sowie Lebendvieh. Im Gegensatz dazu schließt die „ex-Agriculture“-Variante dieses Index alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse sowie Viehbestände konsequent aus.
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Das Angebot an Rohstoff-Indizes und den dazugehörigen ETFs ist sehr breit gefächert und bietet Anlegern verschiedene strukturelle Varianten wie beispielsweise eine gleichmäßige Gewichtung aller enthaltenen Rohstoffe. Darüber hinaus existieren rolloptimierte ETFs, die durch eine flexible Auswahl der Future-Laufzeiten gezielt darauf ausgerichtet sind, die typischen Rollverluste an den Termin-Märkten zu minimieren. Anbei eine kleine Übersicht: |
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Steuerliche Betrachtung
Bei in Deutschland steuerpflichtigen Privatanlegern werden Erträge eines Rohstoff-ETF auf einen Futures-Index, also Ausschüttungen, eine mögliche Vorabpauschale und Verkaufsgewinne grundsätzlich als Kapitalerträge mit 25% Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Moralische Dimension
Gerade im Zusammenhang mit Wetterereignissen wie El Niño wird häufig darüber diskutiert, ob steigende Rohstoffpreise eine Anlagemöglichkeit darstellen. Unabhängig von der persönlichen Sichtweise sollte man sich bewusst machen, dass hinter vielen Rohstoffen die Versorgung von Menschen und Unternehmen steht und wetterbedingte Engpässe oftmals reale wirtschaftliche Folgen haben. Breit gestreute Rohstoff-ETFs eignen sich zudem ohnehin nicht, um gezielt auf kurzfristige Preisbewegungen einzelner Rohstoffe oder auf mögliche Auswirkungen eines El-Niño-Ereignisses zu spekulieren, sondern verfolgen einen deutlich breiter diversifizierten Ansatz.
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Rohstoffe bleiben für mich ein interessanter Baustein innerhalb eines ausgewogenen Depots. Persönlich decke ich diesen Bereich überwiegend über ausgewählte Rohstoff-Aktien sowie über Gold und Silber als Direktanlage ab, da ich hier gezielt eigene Schwerpunkte setzen kann.
Wer hingegen nicht einzelne Rohstoffe oder Unternehmen auswählen möchte, findet in breit gestreuten Rohstoff-Indizes eine interessante Möglichkeit, das Risiko auf viele verschiedene Rohstoff-Segmente zu verteilen. Anleger sollten allerdings wissen, dass sich solche Produkte aufgrund ihrer Konstruktion über Futures anders entwickeln können als die Kassapreise einzelner Rohstoffe. Breit gestreute Rohstoff-ETFs eignen sich nicht als Instrument, um kurzfristig auf einzelne Rohstofftrends oder Wetterereignisse wie El Niño zu spekulieren.
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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - | Diese Position ist Bestandteil des „Rendite-Spezialisten“-Depots. Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.
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