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Indien schwächelt – Diese Anlagemöglichkeiten gibt es!
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Liebe Leserin, lieber Leser,
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während globale Aktien-Indizes in den USA, Korea oder Japan zuletzt teils neue Allzeithochs markierten, konnten Anleger im MSCI Emerging Markets mit einem Plus von rund 18% seit Jahresbeginn ebenfalls starke Renditen erzielen. Schaut man jedoch etwas genauer hin, wird schnell klar, dass sich die Schwellenländer aktuell extrem unterschiedlich entwickeln.
Besonders auffällig ist dabei Indien: Während viele Märkte weltweit boomen, korrigiert der indische Leit-Index Nifty 50 inzwischen spürbar und liegt seit Jahresbeginn rund 15% im Minus. Genau deshalb stelle ich mir aktuell die Frage, ob sich hier womöglich langsam wieder ein interessanter Einstiegs-Zeitpunkt ergeben könnte.
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Die demograpische Supermacht
Indien ist mit einer Bevölkerung von geschätzten 1,48 Mrd. Menschen mittlerweile das bevölkerungsreichste Land der Erde. Jedes Jahr wächst die Bevölkerung um weitere 12,7 Mio. Menschen, was der gesamten Einwohnerzahl von Ländern wie Belgien entspricht, die jedes Jahr neu dazu kommt.
Die wahre wirtschaftliche Sprengkraft liegt jedoch nicht in der reinen Masse, sondern in der Altersstruktur der Bevölkerung. Das Median-Alter in Indien liegt bei gerade einmal 29,2 Jahren, während es in China bereits bei über 40 Jahren und in europäischen Ländern weit über diesem Wert liegt.
Das bedeutet, dass Indien in den kommenden Jahrzehnten über Millionen gut ausgebildete und konsumfreudige Arbeitskräfte verfügt, welche die sogenannte demografische Dividende erwirtschaften. Diese junge Generation drängt auf den Markt, will Wohnungen kaufen, Autos finanzieren, Konsumgüter erwerben und Bankkonten eröffnen, was einen riesigen und selbstragenden Binnen-Markt formt.
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Warum schwächelt der indische Aktien-Markt?
Obwohl die langfristige demografische Story Indiens aus meiner Sicht völlig intakt bleibt, steht die Börse in Mumbai aktuell spürbar unter Druck.
Ein wesentlicher Faktor ist das enorme Übergewicht des Themas Künstliche Intelligenz an den globalen Finanz-Märkten. Internationale Kapitalströme konzentrieren sich derzeit stark auf Halbleiter-Aktien, Hardware-Gewinner und große Technologie-Konzerne, weshalb ausländische Großinvestoren Gelder aus Indien abziehen und verstärkt in Märkte wie Taiwan oder Südkorea umschichten.
Der zweite Belastungsfaktor betrifft uns als ausländische Anleger ganz direkt über die Währung. Die indische Rupie hat gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert verloren, was die reale Performance für internationale Investoren zusätzlich schmälert.
Hinzu kommt der anhaltend hohe Öl-Preis, der durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten weiter unterstützt wird. Da Indien mehr als 80% seines Erdöl-Bedarfs importieren muss, belasten hohe Rohstoffpreise die Handelsbilanz, treiben die Inflation im Inland an und begrenzen gleichzeitig den Spielraum der indischen Zentralbank für mögliche Zinssenkungen.
Auch bei den Unternehmensgewinnen sehen wir aktuell eine klare Abkühlung. Nach den extrem starken Jahren mit Gewinnsteigerungen von über 24% pro Jahr haben sich die Zuwächse bei den Schwergewichten im Nifty 50 inzwischen auf rund 6% und damit in den einstelligen Bereich verlangsamt.
Genau deshalb lohnt sich nun auch ein nüchterner Blick auf die Bewertung, denn indische Aktien waren im historischen Vergleich lange extrem teuer. Der MSCI India wies in der Spitze ein KGV von rund 24,6 auf und lag damit deutlich über dem historischen Durchschnitt vieler Schwellenländer. Zum Vergleich: Der breite MSCI Emerging Markets Index wird aktuell nur mit einem KGV von rund 18,4 bewertet.
Indien wurde damit zeitweise mit einem Aufschlag von fast 34% gegenüber anderen Schwellenländern gehandelt. Da der Markt zuvor derart heißgelaufen war, erleben wir nun einen schmerzhaften, aber grundsätzlich gesunden Bewertungs-Reset. Ein weiterer Grund für die schwächere Entwicklung des indischen Aktien-Marktes dürfte auch in den Steuererhöhungen der Regierung auf Kapitalerträge liegen, die seit Juli 2024 gelten. So wurde die Steuer auf kurzfristige Kursgewinne von 15% auf 20% angehoben, während die Besteuerung langfristiger Kursgewinne von 10% auf 12,5% gestiegen ist.
Investieren in Indien – das gibt es
Die erste Möglichkeit, in Indien zu investieren, ist natürlich ein Investment über Einzel-Aktien. Anbei findet Ihr eine Übersicht der 5 größten indischen Konzerne inklusive Wertpapierkennnummer und jeweiligem Geschäftsfeld. Die genannten Aktien sind zum größten Teil an deutschen Börsen als ADR handelbar, allerdings ist die Liquidität bei den meisten Werten nicht besonders hoch.
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Nifty Index
Eine weitere Möglichkeit, in den indischen Aktien-Markt zu investieren, bietet ein ETF auf den sogenannten Nifty-Index. Es handelt sich dabei um den Xtrackers Nifty Swap ETF mit der deutschen WKN: DBX1NN. Das Fondsvolumen beträgt aktuell gut 152 Mio. Euro, die Gesamtkostenquote liegt bei 0,85% p.a. Auf Jahressicht hat der ETF gut 18% verloren. |
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MSCI India
Eine dritte Möglichkeit, in Indien zu investieren, bietet der iShares MSCI India ETF. Der ETF bildet den MSCI India Index ab und ermöglicht damit einen breiten Zugang zu den größten und umsatzstärksten Unternehmen des indischen Aktien-Marktes. Aktuell kommt der ETF auf ein Fondsvolumen von knapp 4,3 Mrd. Euro bei einer Gesamtkostenquote von 0,65%. Auf Sicht von einem Jahr hat der ETF rund 14,8% verloren. Die deutsche Wertpapierkennnummer lautet A2AFCY. |
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Trotz der jüngsten Korrektur bleibt Indien für mich langfristig ein sehr spannender Markt. Kurzfristig gibt es ohne Frage einige Belastungsfaktoren, weshalb die aktuelle Schwächephase durchaus nachvollziehbar erscheint. Gleichzeitig könnte genau diese Korrektur den Markt langfristig aber wieder deutlich interessanter machen als noch vor einigen Monaten, als die Bewertungen teilweise extrem hoch waren.
Persönlich finde ich Indien ohnehin seit Jahren faszinierend, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell. Allein die indische Küche mit ihren Gewürzen und ihrer Vielfalt begeistert mich schon lange. In indische Aktien bin ich aktuell zwar selbst noch nicht investiert, dennoch werde ich die Entwicklung des Landes weiterhin sehr genau beobachten.
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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte:
Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Kommentars in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert: - - - | Diese Position ist kein Bestandteil des exklusiven „Lars Erichsen“-Echtgeld-Depots. Die Informationen in diesem Newsletter stellen keine Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar.
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